Bundesrepublik Deutschland

Niedersächsisches Landesamt für Bau und Liegenschaften als Leitstelle des Bundes für Abwassertechnik im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Ansprechpartner für die Bauverwaltung der Länder

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zivile Liegenschaften mit 600 km Kanalnetz
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militärische Liegenschaften mit 6.500 km Kanalnetz

BaSYS, ISYBAU, KanDATA, ISYTEST, PIETS

Datenerfassung und Datenimport, Zustandsbewertung, Sanierungsplanung, Verwaltung

Überschrift : Barthauer Software und ISYBAU-Austauschformate – eine Erfolgsstory

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) verwaltet in Deutschland insgesamt rund 19.000 Liegenschaften. Die Bundeswehr ist Nutzer und Betreiber von ca. 1.300 Liegenschaften mit ca. 6.500 km erfassten Kanalnetzlänge.

Historie

Die Erfassung von Entwässerungssystemen auf den Liegenschaften des Bundes stellten mit Beginn der 90ziger Jahre die staatlichen Hochbauämter der Bundesrepublik Deutschland vor enorme Herausforderungen. Vor 1991 existierten rudimentär Datenformate, insbesondere im Kanalzustandsbereich. Redundanzen in der Datenhaltung erschwerten die Arbeit und vermindern die Wirtschaftlichkeit. (Quelle: Arbeitshilfen Abwasser, Vorwort zur zweiten Auflage).
Die damalige Oberfinanzdirektion (OFD) Hannover (Heute : Niedersächsisches Landesamt für Bau und Liegenschaften, NLBL) wurde vom Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) sowie dem Bundesministerium für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau (BMBau) mit der Erstellung des ISYBAU-orientierten Handlungskonzeptes beauftragt. Unter der Leitung der OFD Hannover wurde mit dem ITWH (Institut für technisch-wissenschaftliche Hydrologie) das Konzept mit den ersten Datenaustauschformaten erstellt und im April 1991 zur Nutzung an die OFD’en verteilt, um zum Zwecke einheitlicher Bewertungs- und Beurteilungsgrundlagen die erforderlichen Erhebungen für Abwasserkanalnetze innerhalb der Bundeswehr durchzuführen.

Ohne eine systematische Erfassung ist der Zustand der Netze in den vielen Liegenschaften kaum zu bewältigen. Der Bedarf nach einer professionellen Kanalnetzverwaltung wird immer dringender, so dass die OFD Hannover stellvertretend für die o.g. Bundesministerien europaweit die Lieferung einer Kanaldatenbank ausschreibt. 1991 steht die Softwareentwicklung bezüglich Kanaldatenbanken noch in den Anfängen: eine Handvoll Programmierer hat sich der Entwicklung von Software für Tiefbau und Geoinformatik verschrieben. Doch wer den steigenden Anforderungen des Marktes gewachsen ist und auf Dauer bestehen wird, muss sich erst noch zeigen. Eine Investition in ein deutschlandweit einheitliches Informationssystem für Abwasserkanäle ist riskant, denn viele Arbeitsplätze in der Bauverwaltung der 16 Bundesländer müssen installiert werden und mindestens ebenso viele Anwender an einer Schulung teilnehmen. Der zukünftige Anbieter muss Innovationskraft und eine geeignete Software-Infrastruktur mitbringen, um die hohen Anforderungen des Auftraggebers in die Praxis umsetzen zu können. Auch sollte die neue Kanaldatenbank den Import und Export des damalig „jungen“ ISYBAU-Austauchformates (ISYBAU-ATF) beherrschen.

And the winner is: BARTHAUER

Die OFD Hannover schließt mit dem Braunschweiger Softwarehaus Barthauer einen Rahmenvertrag über eine Generallizenz des Kanalinformationssystem KanDATA ab. Ausschlaggebend für den Zuschlag ist das gute Preis-Leistungsverhältnis des Braunschweiger Anbieters, sowie die Bereitschaft weitere Anpassungen zu entwickeln. Ab 1992 wird das BARTHAUER Kanalinformationssystem auf dem Betriebssystem MS-DOS bundesweit eingeführt. Zeitgleich, aber unabhängig von dem Auftrag, wird das Braunschweiger Softwarehaus zur Barthauer Software GmbH umgewandelt. Mitarbeiter unterschiedlicher Spezialisierungen, wie Informatiker, Ingenieure und Geographen arbeiten Hand in Hand, um die Software beständig weiterzuentwickeln und an die Anforderungen der Bauverwaltungen der Länder (hier: Staatliche Hochbauämter, Staatshocbauämter) anzupassen.

Bundesweit schulen die BARTHAUER Mitarbeiter Anwender und Trainer. Das interdisziplinäre Team realisiert ein umfangreiches Projekt mit ca. 250 Arbeitsplätzen. Die BARTHAUER Trainer sind in diesen Tagen ständig auf Tour: Anwenderschulungen in 16 Bundesländern und mit fast 300 Teilnehmern stehen auf dem Programm, dazu kommen EDV technische Beratung und die Integration mit bestehenden Softwarestrukturen.

Es geht los …

Die Bauverwaltung der Länder konnte nun mit der systematischen Erfassung und Bewertung abwassertechnischer Anlagen in militärischen Liegenschaften beginnen.
Die ersten ISYBAU-Austauschformate setzen einen Meilenstein in der Standardisierung der Arbeitsabläufe in der Abwasserwelt. Ursprünglich ausschließlich für die Belange des Bundes konzipiert, wird die ISYBAU Umsetzung sehr schnell von der Fachwelt aufgenommen und ist aktuell weltweit im Einsatz.

Auf diesen Grundlagen werden mit dem Arbeitskreis Abwasser (Mitglieder Bund und Länder), dem itwh und der Firma Barthauer alle weiteren Entwicklungen bis hin zum heutigen aktuellen Stand begleitet und bearbeitet.

  • Einführung der „Arbeitshilfen Abwasser“ für Baumaßnahmen an Abwasseranlagen mit Erlass des BMBau März 1996
  • Überführung der Arbeitshilfen Abwasser in die BFR Abwasser – Baufachliche Richtlinien zur Durchführung von Bauaufgaben des Bundes im Geltungsbereich der RBBau mit Erlass des BMI November 2018
  • ISYBAU-Austauschformate Abwasser im XML-Format mit Einführung in 2006, Fortschreibung 2013 und wesentliche Änderungen/Anpassungen in 2017 und 2024 (vorher in 1991, 1996, 2001)

Mit dem späteren System BaSYS werden Daten auf Grundlage der aktuellen „Baufachliche Richtlinien Abwasser“ bearbeitet.

Gegenwart

Die Nutzbarkeit der Liegenschaften hängt entscheidend von einer funktionsfähigen Infrastruktur ab. Hierfür sind eigene Ver- und Entsorgungsnetze wie z.B. Trinkwasser- und Kanalnetze erforderlich. Der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser soll dafür sorgen, dass für künftige Generationen ausreichend Wasser in hinreichender Güte erhalten bleibt.

Auf der Grundlage des Wasserhaushaltsgesetzes und der Landeswassergesetze ist die Bauverwaltung der Länder im Rahmen des vorbeugenden Umweltschutzes dazu verpflichtet, seine Netze zu betreiben und gemäß dem Stand der Technik zu unterhalten.

Zugleich sind finanzielle Mittel wirtschaftlich und zielgerichtet einzusetzen. Es gilt nach wie vor die Wirtschaftlichkeit unter Beachtung wasserrechtlicher Auflagen / Gesetze sowie Normen und Regelwerke.

Vorgehensweise

Mit gezielten TV-Inspektionen, dem Nachweis der baulichen und hydraulischen Zustände und Bewertungen werden Sanierungskonzepte im Hinblick auf strategische Ziele umgesetzt und so eine Vielzahl von Entwässerungssystemen umwelttechnisch auf einen unbedenklichen Stand gebracht.

Die staatlichen Hochbauverwaltungen der 16 Bundesländer beauftragen Dienstleister wie Ingenieurbüros und Inspektionsfirmen, als auch ausführende Baufirmen. Dabei sind nach wie vor erhobene Daten von und zu externen Auftragnehmern mit der BaSYS KanDATA zu transferieren.

Fazit

Die seit 1991 bestehende Vorgehensweise des Bundes auf den militärischen und zivilen Liegenschaften mittels des Handlungskonzeptes, der Arbeitshilfen Abwasser und der daraus folgenden Bauchfachliche Richtlinien Abwasser ist eine beispiellose hervorragende Entwicklung. ISYBAU-Austauschformate werden innerhalb zahlreicher Kommunen in Deutschland als auch weltweit zur Erfassung der Entwässerungsnetze genutzt.

Hierbei ist die Barthauer Software GmbH als Softwareunternehmen direkt in die Entwicklung miteingebunden und transformiert das Format in die Praxis. Eine Software, die die neue, einheitliche Formatsprache perfekt beherrscht, steht allen Leitungsbetreibern und Planern zur Verfügung.
Für die unabhängige schnelle Qualitätskontrolle steht PIETS – die Testsoftware – zur Verfügung. PIETS ISYTEST XML testet XML Dateien sowohl auf strukturelle Fehler, als auch auf inhaltliche Plausibilität.

So können sowohl Auftraggeber als auch Auftragnehmer sicher sein: Wo ISYBAU draufsteht ist auch ISYBAU drin!

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